Verhaltenskodex

Budgetticket ist Mitglied der EUSTA (European Union Secondary Ticketing Association). Die Mitglieder der EUSTA sind verpflichtet ab dem 1. Januar 2010 den Verhaltenskodex in ihre gesamte Betriebsführung zu implementieren. Aufgrund des teilweise langwierigen Implementierungsprozesses kann es vorkommen, dass die vollständige Implementierung zu diesem Zeitpunkt noch nicht beendet ist.

Verhaltenskodex EUSTA

Präambel

  1. Dieser Verhaltenskodex wurde von dem European Union Secondary Ticketing Association ("EUSTA") festgelegt und stellt Verhaltensregeln und Forderungen an alle der EUSTA angeschlossenen sekundären Marktparteien.
  2. EUSTA bezweckt eine Qualitätsgarantie für Käufer, die bei Anbietern von Eintrittskarten auf dem sekundären Ticketmarkt eine Eintrittskarte gekauft haben, zu sein. Um dem Käufer beim Kaufen von Eintrittskarten auf der sekundären Ticketmarkt Transparenz und Garantien bieten zu können, hat die EUSTA diverse Verhaltensregeln und Forderungen aufgestellt.
  3. Firmen, die das EUSTA-Siegel führen, erfüllen die von der EUSTA aufgestellten Verhaltensregeln und Forderungen. Ein Großteil dieser Verhaltensregeln und Forderungen dienen dem Schutz des Käufers.

Verhaltensregeln

Artikel 1 – Reichweite
Dieser Verhaltenskodex richtet sich auf alle angeschlossenen sekundären Marktparteien, die Anbieter von Eintrittskarten sind und somit nicht als primäre Ticketverkaufsstelle ausgewiesen sind. Dieser Verhaltenskodex ist nicht zutreffend, sollte die Gesetzgebung und Rechtsprechung konträre Regeln aufstellen.


Artikel 2 – Begriffsbestimmung
In diesem Verhaltenskodex werden die folgenden Begriffe mit den folgenden Bedeutungen genutzt:

  1. Primärer Ticketverkauf: Verkauf von Eintrittskarten zum Kostpreis (ursprünglicher Verkaufspreis) durch die erste Verkaufsstelle und/oder den Veranstalter des Events.
  2. Sekundärer Ticketverkauf: Verkauf und Wiederverkauf von Eintrittskarten, wobei die sekundären Marktparteien nicht die ersten Verkaufsstellen sind.
  3. Sekundäre Marktparteien: natürliche Personen oder Rechtspersonen, die auf dem sekundären Ticketmarkt aktiv.
    •    Sekundäre Ticketanbieter: Wiederverkäufer von Eintrittskarten (auch Ticketbroker genannt).
    •    Marktplätze: Internetplattformen, die den Wiederverkauf von Eintrittskarten vereinfachen (zum Beispiel Ticketbörsen).
    •    Übrige Parteien: Marktparteien, die für das Ausführen von einem Teil der von ihnen beabsichtigten Betriebsführung Arrangements oder so genannte Hospitality-Pakete zusammenstellen, die u.a. Eintrittskarten, die sowohl aus primärem als auch sekundärem  Ticketverkauf stammen können, enthalten.  
  4. Platz- und/oder Eintrittskarten: ein Zugangsbeweis für ein Event/eine Veranstaltung.


Artikel 3 – Basisprinzipien

  1. Sekundäre Marktparteien garantieren die Gleichheit der erbrachten Dienstleistung für alle Käufer. Sekundäre Marktparteien sind nicht berechtigt, bei der Ausführung ihrer Dienstleistung auf Grund von Rasse, Religion, Geschlecht, sexueller Veranlagung , Alter, (Körper)Behinderung oder Nationalität zu machen, noch Bedingungen zu stellen, die als Diskriminierung aufgefasst werden können.
  2. Sekundäre Marktparteien sind nicht berechtigt persönliche oder andere empfindliche Daten ohne explizite Zustimmung des Käufers zu veröffentlichen, es sei denn sie sind gesetzlich zur Veröffentlichung dieser Daten verpflichtet.
  3. Sekundäre Marktparteien führen detailliert Buch über alle Ankäufe, Verkäufe und Erstattungen.
  4. Sekundäre Marktparteien haben sich von allen Geschäftspraktiken zu enthalten, die in welcher Weise auch immer für andere sekundäre Marktparteien oder die EUSTA schädlich sein kann.
  5. Sekundäre Marktparteien verpflichten sich zu einer professionellen Betriebsführung und werden alle ethische Normen, die in diesem Kodex festgelegt sind, bei jeglichem Kundenkontakt achten.


Artikel 4 – Informationspflicht Webshop

  1. Sekundäre Marktparteien garantieren die Richtigkeit aller Informationen, die auf der Website kommuniziert werden. Sekundäre Marktparteien sind außerdem dazu verpflichtet untenstehenden Informationen deutlich, direkt, permanent und auf verständliche Weise auf ihrer Website zu erwähnen:
    •    Firmenname;
    •    Besuchsanschrift des Unternehmens, nur ein Postfach ist nicht erlaubt;
    •    Telefonnummer;
    •    E-Mailadresse oder anderes elektronisches Kontaktformular;
    •    Industrie- und Handelskammernummer oder Firmennummer;
    •    MwSt.-Nummer;
    •    (Allgemeine) Geschäftsbedingungen.  
  2. a) Für den Käufer muss deutlich erkennbar sein, dass er einen Vertrag mit einer sekundären Marktpartei schließt. Angeschlossene sekundäre Marktparteien sind dazu verpflichtet, die ihr Auftreten als sekundäre Marktpartei auf einem gut zugänglichen Ort auf der Website zu erwähnen, wie zum Beispiel bei den Kontaktinformationen, den AGB und den  häufig gestellten Fragen (FAQs).
    b) Sekundäre Ticketanbieter erwähnen außerdem auf jeder erstmöglichen Landingpage ihrer Website, dass sie als Wiederverkäufer von Tickets auftreten. Diese Mitteilung muss für den Käufer, ohne zu scrollen deutlich sichtbar sein.
  3. a) Sekundäre Marktparteien sind verpflichtet deutliche und korrekte Preise in Werbesendungen und -texten und bei der jeglicher Kundenkommunikation zu verwenden. Sie publizieren ihre Preise inklusiv der zum Zeitpunkt der Publikation bekannten unvermeidlichen Fixkosten, die für die angebotenen Diensten der sekundären Partei bezahlt werden müssen, wie:
    •    Zuschläge, aufgrund der gewählten Zahlungsart;
    •    nicht-variable Versandkosten.
    b) Bei einer Bestellung werden eventuelle fakultative Preiszuschläge auf klare und eindeutige Weise im Buchungsprozess mitgeteilt. Diese müssen vom Käufer durch Opt-in akzeptiert werden.
  4. Die sekundäre Marktpartei wird außerdem dazu angehalten, bei der Bestellung auf klare Weise die Platzbestimmung des Zutrittsbeweises bekannt zu machen. Diese Platzbestimmung muss auf jeden Fall eine allgemeine Platzbestimmung beinhalten, so dass es für den Käufer klar und eindeutig ist, für welchen Bereich die Eintrittskarte Zugang bietet.
  5. Die sekundäre Marktpartei hat dafür zu sorgen, dass Eintrittskarten mit der Meldung “eingeschränkte Sicht” auch als solche für den Kunden erkennbar gemacht werden.
  6. Die sekundäre Marktpartei ist nicht berechtigt irreführende Informationen zu vermitteln, die zum Beispiel den Anschein erwecken, dass ein Event bei der primären Marktpartei bereits ausverkauft ist, oder den Eindruck erwecken, dass die sekundäre Marktpartei wie auch immer mit der offiziellen Verkaufsstelle liiert sei oder der offizielle Veranstalter eines Events sei.
  7. a) Sekundäre Marktparteien machen auf deutliche Weise kenntlich, wie und wo der Käufer den Originalpreis der Tickets abfragen kann.
    b) Sekundäre Ticketanbieter erwähnen auch bei der Einladung zum Ankauf den Originalpreis der Eintrittskarten und erwähnen eindeutig, dass es sich um eine wiederverkaufte Eintrittskarte handelt.


Artikel 5 – Bestellung

  1. Vor dem Zustandekommen eines Vertrags kommunizieren die sekundären Marktparteien deutlich die Garantien, auf die der Käufer Recht hat.
  2. Sekundäre Marktparteien erwähnen auf deutliche Weise, wie der Käufer mit der Firma in Kontakt treten kann und wohin der Käufer seine Beschwerden richten kann.
  3. Sekundäre Marktparteien sind nicht berechtigt Karten für Events anzubieten, für die das Datum der Veranstaltung noch nicht bekannt ist.
  4. Sekundäre Marktparteien erwähnen bei einer Einladung zum Verkauf auf ihrer Website ob der offizielle Verkauf von Eintrittskarten für das Event bei den primären Marktparteien bereits angefangen hat.
  5. Auf der Website jeder sekundären Marktpartei wird mittels eines deutlichen Stufenplans angegeben wo genau im Bestellprozess sich der Käufer befindet.


Artikel 6 – Verkauf von Eintrittskarten

  1. Sekundäre Marktparteien sind nicht berechtigt in oder in der direkten Umgebung des Veranstaltungsortes Eintrittskarten zu verkaufen.
  2. Angeschlossene sekundäre Marktparteien übernehmen die allgemeinen Lieferbedingungen vollständig.


Artikel 7 – Marketing und Werbung

  1. Sekundäre Marktparteien haben dafür zu sorgen, Marketing- und Werbeaktivitäten so Form zu geben, dass im Besonderen das Vermitteln falscher oder irreführender Informationen ausgeschlossen wird.
  2. Die Informationen auf der Website sekundärer Marktparteien dürfen in keinster Weise irreführend oder unvollständig sein, noch bei Käufern falsche Erwartungen wecken.
  3. Preise, die in Marketing- und Werbeaktivitäten vermeldet werden, sind inklusive der für die sekundäre Marktpartei bekannten Fixkosten die der Käufer für die angebotenen Diensten schuldig ist, so wie sie im Moment der Publizierung gelten.


Artikel 8 – Garantien

  1. Wenn eine Bestellung abgeschlossen ist, die Eintrittskarten garantiert sind und der Vertrag verletzt wird oder wenn eine Eintrittskarte keinen Zutritt zu dem Event verschafft und dies nicht dem Käufer zuzuschreiben ist, ist der Käufer zu einer Rückzahlung des Bestellwertes in Höhe von 120% berechtigt, es sei denn der Fehler ist nicht auf die sekundären Marktparteien zurückzuführen (wie z.B. im Falle des Konkurses des Organisators) oder wenn die sekundäre Marktpartei innerhalb von drei Tagen nach Zustandekommen des Vertrags diesen aufhebt. In o.g. Fällen wird 100% des Bestellwertes erstattet. Sollte eine Eintrittskarte gestohlen oder gefälscht sein und die sekundäre Ticketpartei diese Eintrittskarte in gutem Glauben gekauft haben, ist der Käufer zu einer Erstattung in Höhe von 100% des Bestellwertes berechtigt.
  2. Jede der EUSTA angeschlossenen Ticketpartei ist verpflichtet bei Absage des Events 100% des von dem Käufer bezahlten Bestellwertes zu erstatten. Diese Rückzahlung kann mittels Rückbuchung, Kreditgutschrift oder Verrechnung mit dem Preis einer neuen Eintrittskarte stattfinden.


Artikel 9 – Datenschutz

  1. Sekundäre Marktparteien haben bei der Nutzung persönlicher Daten jene Sorgfalt anzuwenden, die im nationalen Gesetz vorgeschrieben ist.
  2. Sekundäre Marktparteien sind nicht berechtigt die Emailadresse des Käufers anderweitig zu nutzen als für die Ausführung des Kaufvertrages notwendig ist, es sei denn der Käufer gibt seine Zustimmung für den Erhalt eines Newsletters oder andere derartiger Marketingaktivitäten. Die sekundäre Marktpartei ist nicht berechtigt Emailadressen an Dritten zu vermitteln.


Artikel 10 – Beschwerdeverfahren

  1. Sekundäre Marktparteien sind verpflichtet ein eigenes Beschwerdeverfahren anzubieten. Das Verfahren muss von allen sekundären Marktparteien auf klare und eindeutige Weise kommuniziert werden oder auf andere Weise auf der Website dem Käufer kennbar gemacht werden. Sollte ein Vertrag telefonisch vereinbart werden, muss der Kunde auf das Beschwerdeverfahren hingewiesen werden.
  2. Alle Beschwerden müssen registriert und aufbewahrt werden. Jede Beschwerde muss innerhalb von fünf Werktagen bearbeitet werden, woraufhin ggf. eine weitere Untersuchung vorgenommen werden kann. Der Kunde, der eine Beschwerde einreicht, muss innerhalb von 14 Tagen eine formelle schriftliche Auskunft über die Untersuchung erhalten, es sei denn die Beschwerden bezieht sich auf die Versendung der Eintrittskarten und ist darauf zurückzuführen, dass eingeschaltete Dritte einem Vertrag nicht nachkommen.
  3. Wenn der Einreicher der Beschwerde mit der Abhandlung der Beschwerde nicht zufrieden ist, wird dieser über die Konfliktschlichtung der EUSTA informiert. Ein Urteil der Konfliktkommission ist verbindlich, das heißt, dass die angeschlossenen sekundären Marktparteien sich dem Urteil der Konfliktkommission beugen müssen.


Artikel 11 – Konfliktschlichtung

  1. Wenn die Beschwerde eines Kunden nicht im Gespräch mit diesem gelöst werden kann, wird diese offiziell zu einem Konflikt.
  2. Der Käufer verfügt über die Möglichkeit den Konflikt an eine unabhängige Zwischenperson vorzulegen.
  3. Entscheidungen, die von dieser unabhängigen Zwischenperson getroffen werden, sind verbindlich und müssen von den sekundären Marktparteien befolgt werden.
  4. Der Vorsitzende der EUSTA handelt vorläufig als unabhängige Zwischenperson.


Artikel 12 – Sanktionen
Das Nicht-Befolgen des Kodex wird von der EUSTA wie folgt behandelt:

  1. Wenn sich aus Untersuchung herausstellt, dass eine sekundäre Marktpartei die Regeln und Forderungen des Verhaltenskodex nicht oder nicht vollständig befolgt, trifft EUSTA folgende Maßnahmen:
    a.    informelle Warnung;
    b.    formelle Warnung und eine vorläufige Entfernung des Gütezeichens und Logos von der Website;
    c.    Ausschließung als Mitglied der EUSTA und definitive Entfernung des Gütezeichens und Logos von der Website.
  2. Keine Sanktion wird aufgelegt an sekundäre Marktparteien, wenn ein Problem entsteht bezüglich der Lieferung der Tickets; falls die angeschlossene sekundäre Marktpartei ähnliche Tickets oder dieselben Tickets zu einem niedrigeren Preis, als übereingekommen war, anbietet.


Artikel 13 – Ausführung des Verhaltenskodex

  1. Dieser Kodex wurde vom Vorstand der EUSTA erlassen.
  2. Jedes Vorstandsmitglied, Mitgliedsunternehmer, Arbeitnehmer, Praktikant und Freiwilliger ist selbst verantwortlich für das befolgen des Kodex innerhalb seiner/ihrer Arbeit. Alle Beteiligten werden über diesen Kodex informiert.


Schlussbestimmungen

Artikel 14 – Informationen über den Verhaltenskodex

  1. Für weitere Informationen über den Verhaltenskodex kontaktieren Sie:
    - EUSTA: www.eusta.nl und www.eusta.org
    - info@eusta.nl
  2. Postanschrift EUSTA:
    J.J. Viottastraat 46-48
    1071 JT Amsterdam
    T: +31 (0)20 - 679 7929


Artikel 15 – Übrige Bestimmungen

  1. Die Bestimmungen der Statuten und übrigen Regeln der EUSTA beziehen sich auch auf diesen Verhaltenskodex.
  2. Dieser Verhaltenskodex wurde am 22. Oktober 2009 festgelegt.
  3. Der Verhaltenskodex wird jährlich evaluiert.
  4. Angeschlossene Marktparteien haben ihre Betriebsführung spätestens am 1. Januar 2010 in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des vorliegenden Verhaltenskodex zu bringen.